Immer mehr Forschungsprojekte und Studienarbeiten befassen sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten der Babyfreundlichen Krankenhäuser. Die WHO/UNICEF-Initiative möchte dazu beitragen, diese Forschungsergebnisse bekannt zu machen. Die untenstehende Präsentation erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf neue Forschungsarbeiten nehmen wir gerne entgegen: info@babyfreundlich.org
„Erfolgreich Stillen trotz Kaiserschnitt?“ Stillverhalten und Stilldauer nach Sectiogeburten im "Baby-friendly Hospital"
Masterarbeit von Bente Frahseck
Stillen beruht auf einer hochkomplexen Interaktion zwischen Mutter und Kind, die sehr empfindlich gegenüber Störfaktoren und mit zahlreichen gesundheitlichen Vorzügen für beide Seiten verbunden ist. Stillen bietet ernährungsphysiologische, immunologische, emotionale, gesundheitliche, praktische und gesellschaftliche Vorteile. Dieses Wissen ist weit verbreitet und dennoch ist die Stilldauer in Deutschland und vielen anderen Ländern kürzer als wie von WHO und UNICEF empfohlen. Daher ist Stillen von hoher Public-Health-Relevanz, vor allem nach einer Kaiserschnittentbindung, einer so genannten Sectio caesarea. Denn während 89% der Neugeborenen nach einer normalen Geburt gestillt werden, sind es nach Kaiserschnitt nur 52%. Die Sectio stellt grundsätzlich kein Stillhindernis dar und dennoch ist die anschließende Stillzeit mit einer Vielzahl an Adaptionsleistungen verbunden.
Die WHO und UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ versucht gezielt, in diesem Bereich aktiv zu werden. Ziel ist die Umsetzung einer stillförderlichen Praxis, in der die Mütter beim Stillen angeleitet und unterstützt werden, das Kind weder Zusatznahrung noch Schnuller oder Flaschen bekommt und ein ständiger Kontakt zwischen Mutter und Kind gegeben ist. Die vorliegende Arbeit betrachtet den Einfluss des Geburtsmodus (Vaginale Geburt versus Kaiserschnittgeburt) auf die physischen Stillbeschwerden, den ersten Körperkontakt, den Stillbeginn, die ausschließliche und gesamte Stilldauer, die Verwendung eines Schnullers sowie die Inanspruchnahme von Hebammen und Still- bzw. Laktationsberaterinnen.
Frau Frahseck arbeitet als Dozentin für Physiotherapie am Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege. Ihr Master-Studium hat sie erfolgreich an der Universität Osnabrück abgeschlossen.
Die größten Hürden für Geburtskliniken auf dem Weg zum Zertifikat Babyfreundliches Krankenhaus
Masterarbeit von Heidi Haager-Bürkert
Zertifizierte „Babyfreundliche Krankenhäuser“ gewährleisten eine optimale Stillförderung in Geburtskliniken. Jedoch waren Anfang 2009 in Deutschland lediglich 34 Kliniken zertifiziert. Um Gründe für die relativ geringe Anzahl zertifizierter Krankenhäuser in Deutschland aus Sicht der Kliniken zu ermitteln, wurde im Zeitraum März bis Juni 2009 eine bundesweite Querschnittserhebung an deutschen Geburtskliniken durchgeführt. Sie erfolgte in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Anja Kroke, Hochschule Fulda, und der WHO/UNICEF Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“
Frau Haager-Bürkert fasste die Ergebnisse in ihrer Masterarbeit zusammen, die sie im Rahmen des Masterstudiengangs „Public Health Nutrition“ an der Hochschule Fulda vorlegte.
Frau Haager-Bürkert ist Dipl. oec. troph. (FH) und arbeitet langjährig in der Produkt- und Konzeptentwicklung bei Naturkostmarkenartiklern und ist seit 2007 im Bereich Marketing- und Konzeptentwicklung selbstständig tätig.
Beurteilung der Auswirkungen der Zertifizierung zum „Stillfreundlichen Krankenhaus“ durch die einweisenden Ärzte und Hebammen sowie die Mitarbeiter an der Universitäts-Frauenklinik Freiburg
Facharbeit von Dr. Regina Rasenack, Frauenärztin mit Schwerpunkt spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Die Universitäts-Frauenklinik Freiburg hat die Zertifizierung zum „Babyfreundlichen Krankenhaus“, damals noch „Stillfreundliches Krankenhaus“ genannt, seit 2003 angestrebt und das Zertifikat im Sommer 2004 erreicht.
Um abzuwägen, ob der Nutzen einer Re-Zertifizierung und der entsprechende notwendige Aufwand gerechtfertigt ist, sollte untersucht werden, wie die Zufriedenheit der einweisenden Kollegen und zwar auf der ärztlichen und Hebammenseite sowie der Mitarbeiter des Hauses nach der Zertifizierung tatsächlich ist. Dazu wurde ein Fragebogen verschickt, der die Zufriedenheit und die Beurteilung mit dem Stillmanagement charakterisieren sollte. Die Zufriedenheit und die Beurteilung der Mitarbeiter wurde ebenfalls per Fragebogen ermittelt. Es gab außerdem die Möglichkeit, Kommentare abzugeben.
Diese sehr kleine und eingeschränkte Studie über die Zufriedenheit mit dem Stillmanagement an der Universitäts-Frauenklinik beim einweisenden Fachpersonal als auch bei den hier tätigen Mitarbeitern ergibt insgesamt eine positive Bilanz.
Aussagekraft von Zertifikaten und Siegeln im stationären Sektor des Gesundheitswesens - eine Analyse aus Patientensicht
Diplomarbeit von Christine Dorothea Kroemer
Welche Aussagekraft haben Zertifikate und Siegel in Krankenhäusern aus Sicht des Patienten? Dieser Fragestellung geht Christine D. Kroemer in ihrer Diplomarbeit nach, die sie erfolgreich an der Universität Trier, Lehrstuhl für Konsum- und Verbraucherforschung im Bereich Volkswirtschaft, vorgelegt hat.
Untersucht wurde auch die Aussagekraft des Siegels "Babyfreundliches Krankenhaus". Es wurde im Vergleich von sieben Zertifikaten bzw. Siegeln neben dem Zertifikat "Brustzentrum" am besten bewertet.
Die Analyse ist inzwischen im Buchhandel unter dem Titel "Zertifikate und Siegel im Gesundheitswesen: Eine Analyse aus Patientensicht" erschienen. Siehe dazu diesen Link.
Marketing als Chance für Krankenhäuser?
Entwicklung und Möglichkeiten eines Marketingkonzeptes im Bereich der Geburtshilfe
Diplomarbeit von Heiko Basch
Marketing als Chance für Krankenhäuser? - Die Frage ist eigentlich eine Feststellung. Marketing ist ein Muss für Krankenhäuser, welche langfristig am Markt bestehen bleiben wollen. Dies ist besonders in der Geburtshilfe aufgrund der demographischen Entwicklung eine Tatsache an der kein Krankenhausmanager mehr vorbeikommt.
Heiko Basch arbeitet als Pflegedienstleiter in den Kliniken Miltenberg-Erlenbach.


